Am 19. Februar 2026 bestätigte Mikalai Statkevichs Ehefrau Marina Adamovich, dass ihr Mann nach einem Schlaganfall und einem mehrwöchigen Aufenthalt in einem Gefängniskrankenhaus aus einer Hochsicherheitsstrafkolonie in Belarus entlassen wurde.
Der 69-jährige Mikalai Statkevich, langjähriger Regierungskritiker, prominenter Oppositionsführer und ehemaliger Präsidentschaftskandidat, wurde am 31. Mai 2020 verhaftet. Später wurde er wegen der vorgeschobenen Anklage der „Organisation von Massenunruhen“ zu 14 Jahren Haft verurteilt.
Als Reaktion auf die Freilassung erklärte Marie Struthers, Direktorin von Amnesty International für Osteuropa und Zentralasien:
„Unsere Erleichterung über die Freilassung von Mikalai Statkevich wird getrübt durch unsere Empörung über die tiefe Ungerechtigkeit und die persönlichen Verletzungen, die er während seiner jahrelangen Haft aufgrund einer unbegründeten Freiheitsstrafe, die er größtenteils in längerer Isolationshaft verbrachte, erlitten hat. Letzteres verstößt gegen das absolute Verbot von Folter und anderer Misshandlung – sein Gesundheitszustand hat sich erheblich verschlechtert. Die Freilassung eines gewaltlosen politischen Gefangenen, nachdem er einen Schlaganfall erlitten hat, ist keine Gerechtigkeit, sondern ein Zeichen für deren völliges Fehlen.
Die belarussischen Behörden müssen die Praxis beenden, Aktivist*innen, Journalist*innen und andere Regierungskritiker*innen wegen der friedlichen Ausübung ihrer Rechte auf freie Meinungsäußerung, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit zu inhaftieren. Die Behörden müssen alle Personen, die aufgrund politisch motivierter Anschuldigungen zu Unrecht festgenommen und inhaftiert wurden, unverzüglich und bedingungslos freilassen, darunter die prominenten Menschenrechtsverteidiger Nasta Loika, Marfa Rabkova, Valiantsin Stefanovich und Vital Chopik.
Die belarussischen Behörden haben schwere Verstöße begangen. Sie müssen ihren internationalen Menschenrechtsverpflichtungen uneingeschränkt nachkommen, und die für Verstöße Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden.“
Das vollständige Statement von Amnesty International finden Sie auf Englisch hier.
Setzen Sie sich hier mit uns für die Freilassung weiterer inhaftierten gewaltloser politischer Gefangener in Belarus ein!
